Döbeln


AUFGABE:
Die EGD, Entsorgungsbetriebe Döbeln mit 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die zur Jakob-Becker-Gruppe gehören, befinden sich im hochwassergefährde-ten Bereich der Freiberger Mulde innerhalb der Stadt Döbeln. Zweimal wurde das Unternehmen bereits mit bis zu 1,60 Metern überschwemmt. Dies ist mit Schäden, Verlusten, Ausfällen und natürlich Risiken für Mitarbeiter und Umwelt verbunden. Allein die Sachschadenssummen beliefen sich 2002 auf ca. 1,6 Mill. EURO und 2013 auf ca. 500 Tsd. Euro. Das Unternehmen wollte gern an diesem Standort bleiben, er ist logistisch vorteilhaft, es wurden bereits hohe Investitionen getätigt und auch für die Mitarbeiter ist er gut zu erreichen, dennoch wurde auch mit dem Gedanken der Verlagerung gespielt.

Hinzu kommt ein neuer Hochwasserentlastungskanal in der Stadt Döbeln, die die Stadt sicherlich entlasten wird, dahinter aber Art und Strömung des Hochwassers verändern kann.

VORBEREITUNG:
AquaFence zusammen mit Hübner Hochwasserschutz erhielt detaillierte Zeichnungen und Profile der Strecke und entwickelten ein Schutzkonzept. Drei Seiten des Geländes liegen über HQ 100; auf der vierten Seite liegt seitlich eine Böschung und gegenüber geht die Straße in einen Weg auf eine Anhöhe über.

LÖSUNG:
Die Entsorgungsbetriebe Döbeln haben sich für einen 2,10 Meter hohen Schutz mit AquaFence über eine Länge von 130 Metern entschieden.

Zunächst sollte nur das Bürogebäude geschützt werden, im Laufe der Projektierung entschied man sich aber das komplette Gelände inkl. Werkstatt, Garagen, Lager für Container und Mülltonnen und dem Bürogebäude zu schützen.

Vor dem Hauptgebäude Seite wurde AquaFence auf der einen Seite seitlich an eine Mauer, die aus der Böschung kommt angeschlossen, auf der anderen Seite läuft der Weg nach oben aus. Zusätzlich wird AquaFence mit eingeklebten Dübeln in der Straße verankert. Es ist derzeit nicht abzusehen, aus welcher Richtung und mit welcher Geschwindigkeit die Strömung kommt.

Ein Probeaufbau bestätigte die Machbarkeit deutlich innerhalb der Vorwarnzeit den Hochwasserschutz sicher aufzubauen. Die Aufbauzeit beträgt ca. 2,5 Stunden.

Bis kurz vor Eintreten des eigentlichen Hochwassers können aus den Zufahrten die Elemente entnommen und erst bei Gefahreneintritt wieder eingebaut werden. So können weiterhin LKWs das Areal so lange wie möglich befahren. Auch nach dem Hochwasser kann die EGD sofort wieder das Gelände nutzen.

Hinzu kommen hintere Verteidigungslinien direkt an den Gebäudeeingängen, um gegen ggf. durchsickerndes Wasser oder Wasser, das aus Kanalisation, Böschungen etc. durchrinnen kann geschützt zu sein. Dieses lässt sich dann gezielt einstauen und abpumpen.

Der Hochwasserschutz wird auf dem Firmengelände gelagert. Eigene Mitarbeiter, aber auch hinzugezogene Hilfskräfte von Außerhalb oder von THW / Feuerwehr können den Hochwasserschutz schnell und sicher aufbauen.

ERGEBNIS:
Die Entsorgungsbetriebe Döbeln sind nun sicher gegen Hochwassergefahren gewappnet. Sämtliche Werte, aber auch Gefahrgut, dass bei Eintritt nicht weggeschafft werden kann wird nun hinter der Schutzlinie zusammengetragen und geschützt.

Arbeitsort und Arbeitsplätze sowie Kunden konnten auf diese Weise erhalten bleiben.

Nach dem Hochwasserereignis werden die Elemente mit Wasser gereinigt, luftgetrocknet und dann wieder zusammengeklappt in den wiederverwendbaren Kisten gelagert. AquaFence ist sofort wieder einsetzbar.